Blog Lokal hingeschaut

„Der Thore seyn fünff“ – Tübingens einstige Stadttore
Blog Lokal hingeschaut · 20. Juli 2021
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Signatur A 249 Bü 264. - „Der Thore seyn fünff“[1] – lapidarer hätte der Autor eines Reisebuches im 17. Jahrhundert den Sachverhalt kaum festhalten können. Tübingen als Stadt mit Mauern und Toren war in der beginnenden Neuzeit beileibe kein Anlass für großes Erstaunen.[2] Heute jedoch, mehrere Jahrhunderte und viele Kriege später, strahlen Altstädte wie in Reutlingen oder Ravensburg, die noch ihre historischen Grenzen und Zugänge erkennen...
Kloster, Königsschloss, Parlament – Eine kleine Geschichte Bebenhausens im 20. Jahrhundert.
Blog Lokal hingeschaut · 30. Juni 2021
Bild: Max Witzler - Mitten im Schönbuch liegt das pittoreske Bebenhausen, Tübingens kleinster und gleichzeitig größter Stadtteil. Wer den Ort ansteuert, erkennt bereits von Weitem: Die Architektur des Dorfes ist vom Mittelalter geprägt. Bekannt ist die idyllische Ortschaft vor allem für ihr gut erhaltenes Zisterzienserkloster. Angesichts des beeindruckenden mittelalterlichen Erbes wird allerdings oft übersehen, dass Bebenhausen im vergangenen Jahrhundert mehrfach landesgeschicht....

„Die Erinnerung ist eine Pflicht gegenüber den Toten“: Der jüdische Friedhof in Wankheim
Blog Lokal hingeschaut · 08. Juni 2021
Bild: Sarah Huber. - Es ist still, nur leise ist in der Ferne das Rauschen der Autos auf der B28 zu vernehmen. Inmitten von alten Bäumen und Sträuchern liegt hier, zwischen den Gemeinden Kusterdingen und Wankheim, der alte jüdische Friedhof, auf dem Menschen aus Wankheim, aber auch Tübingen und Reutlingen, ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. 137 Grabsteine, die inzwischen zum Teil stark verwittert sind, zeugen heute noch von jüdisch-schwäbischem Leben im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.
Zwischen Heimatromantik und Nazi-Ideologie – Die kontroverse Person des August Lämmle
Blog Lokal hingeschaut · 01. Juni 2021
Bild: Emil Stumpp, Public domain (EU) and PD-US-expired, via Wikimedia Commons. - August Lämmle – Pietistischer Mundartdichter, der in seinem Werk das ländliche Schwabenwesen wie kein Zweiter eingefangen hat, oder polemischer Nazi-Hetzer, der für den Nationalsozialismus und Adolf Hitler brannte? Wer sich mit dem Schriftsteller beschäftigt wird bald feststellen, dass es darauf wahrscheinlich keine so leichte Antwort gibt. In Württemberg hat Lämmle jedenfalls seine Spuren hinterlassen...

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!
Blog Lokal hingeschaut · 11. Mai 2021
Bild: orig. Video-Thumbnail, (C) by Trolley Mission, CC-Lizenz : Weiterverbreitung gestattet. - „Jetzt jagen sich die kleinen und großen Ereignisse, die Gerüchte, Greuelgeschichten [sic] – wahre und unwahre – und ich halt es nicht mehr aus, Liebster, ohne Dir zu schreiben. […] Die Besetzung Tübingens erfolgte am 19.4., und nun haben wir also die ersten 3 – sicher schwersten – Tage hinter uns. Wenn ich es dir nur schreiben könnte, wenn du es nur irgendwie erfahren wolltest [...]".
Alter Turm in neuem Licht
Blog Lokal hingeschaut · 09. Februar 2021
Bild: Tübinger Turmfreunde. - „Otto von Bismarck (1815-1898), Reichskanzler von 1871 bis 1890, bekämpfte Katholiken und Sozialisten und führte dennoch die fortschrittlichsten Sozialgesetze der Welt ein. Vielen gilt er als Wegbereiter des deutschen Kolonialismus.“[1] So kurz und bündig beschreibt der Berliner Tagesspiegel in ein...

Vom Tod und von Tugenden – die Inschriften von St. Michael in Entringen als Quellen der württembergischen Landesgeschichte
Blog Lokal hingeschaut · 26. Januar 2021
Bild: gemeinfrei. - Entringen liegt im Ammertal zwischen Tübingen und Herrenberg unterhalb des Schönbuchtraufs. Mitten im historischen Ortskern befindet sich das Gotteshaus des Dorfes, das möglicherweise bis auf das 7. oder 8. Jh. zurückgeht, wie archäologische Entdeckungen vermuten lassen (BAUER/SCHOLKMANN, S. 35-48). Der heutigen Kirche sieht man ihr Alter jedoch nicht an, da es sich um den typischen Bau eines spätgotischen ländlichen Gotteshauses handelt.
Das graue Weihnachten 1945
Blog Lokal hingeschaut · 21. Dezember 2020
Bild: UAT S91/11 Nr. 65. von Prof. Elisabeth Noelle-Neumann. - An historischen Vergleichen mangelt es dieses Jahr auch im Vorfeld des Weihnachtsfests wahrlich nicht. Grund genug, einen demütigen Blick in die Geschichte zu werfen. Dieses Jahr war das Jahr des Gedenkens an 75 Jahre Kriegsende – an die Befreiung zwar, aber auch an einen mühsamen Neubeginn inmitten einer innerlich wie äußerlich schwer belasteten Gesellschaft. Rund sieben Monate nach dem Ende des...

Blog Lokal hingeschaut · 15. Dezember 2020
Bild: Maren Brugger, Im Jahr 2020 fanden viele Gedenkfeiern von nationaler Bedeutung aufgrund der Corona-Pandemie nur im kleinsten Kreis oder online statt. Das heißt aber nicht, dass in diesem Jahr folglich auch die lokale Erinnerungskultur stillsteht – ganz im Gegenteil. In Tübingen wurden 2020 weitere Stolpersteine in der Innenstadt verlegt, die das Gedenken an die Schicksale der jüdischen Bürgerinnen und Bürger während der NS-Zeit aufrechterhalten.
Blog Lokal hingeschaut · 08. Dezember 2020
Bild: v.l.n.r.: Daniel Hölzinger, Jonas Breitstadt, Kristin Steinhütte, Rupert Hausner. Bild: Martin Sigmund / LTT, Abdruck honorarfrei. - Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“ aus dem Jahr 1873 beschreibt die Reise des Engländers Phileas Fogg. Dieser schließt in seinem Reformclub die Wette ab, dass er in der Zeit von 80 Tagen einmal um die ganze Welt reisen könne...

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