HISTORISCHER AUGENBLICK

Willkommen auf dem Blog des Instituts für Geschichtsdidaktik und Public History der Eberhard Karls Universität Tübingen!

 


Ein Blog für Studierende, Lehrende und kritische Köpfe, die Geschichte nicht nur in Archiven und dicken Büchern, sondern auch im Hier und Jetzt suchen. Menschen, die Interesse daran haben, sowohl Krater als auch zarte Pinselstriche der historischen Vergangenheit in der Gegenwart zu erkunden. Studierende und Dozent*innen der Geschichtswissenschaft haben sich in Lehrveranstaltungen auf Spurensuche begeben - hier präsentieren sie ihre vielfältigen Ergebnisse.


- Unsere wöchentlichen Beiträge erscheinen ab jetzt jeden Mittwoch -


AKTUELLE BEITRÄGE

Stuttgart erinnert an den Nationalsozialismus Teil 1: Die Anfänge 

von Beyza Gücyeter

In ganz Deutschland erinnern Denkmäler an die Gräueltaten des NS-Regimes. Diese Denkmäler gelten allem voran als Mahnung für zukünftige Generationen. Doch reichen derartige Formen der Erinnerungskultur aus, um den Opfern gerecht zu werden und gleichzeitig an dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte zu erinnern?

Bild: Beyza Gücyeter.
Bild: Beyza Gücyeter.

Ein neuer Platz für Joseph Süß Oppenheimer – ein neuer Platz für alle Stuttgarter*innen?

von Mia Paulus

Mitten in Stuttgart befindet sich ein „Unort“[1], der eigentlich keiner sein sollte. Im Jahr 1998 wurde ein Platz im Zentrum Stuttgarts feierlich im Beisein des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Ignaz Bubis, in „Joseph-Süß-Oppenheimer-Platz“ umbenannt. Joseph Süß Oppenheimer war im 18. Jahrhundert Geheimer Finanzrat am Württembergischen Hof. Bekannt ist er vor allem als Opfer eines antisemitisch motivierten Scheinprozesses, den er nicht überleben sollte. Sein Schicksal im Stadtbild und in der Erinnerung Stuttgarts zu verankern, war das Ziel der Initiator*innen der Platzbenennung, der zivilgesellschaftlichen „Stiftung Geißstraße 7“. Obwohl der zuvor namenlose Platz mit Erhalt des Straßenschildes mit Bedeutung versehen werden sollte, geschah das Gegenteil: Er versank zusehends in der Bedeutungslosigkeit. Heute dient er vor allem als Abstellort für Müll, Anlieferungszone für die umliegenden Läden und Tiefgarageneinfahrt. Einzig ein kleines Café hellt den Platz etwas auf. Seit mittlerweile 24 Jahren setzt sich die Stiftung Geißstraße 7 dafür ein, dass der Platz zu dem wird, was er ursprünglich sein sollte: ein angemessener Gedenkort für Joseph Süß Oppenheimer.

Bild: Wikimedia.***
Bild: Wikimedia.***

Das Vorsorgeparadoxon (Teil 4: Geschichte des Impfens)

von Max Witzler

Bei den Bemühungen um eine weitreichende Immunisierung der Bevölkerung scheint das Impfen selbst sein größter Gegner zu sein. Denn je erfolgreicher eine Impfkampagne die Bevölkerung vor einer Seuche schützt, als desto ungefährlicher wird die Krankheit von Vielen wahrgenommen. Dies hat zur Folge, dass Präventionsmaßnahmen verstärkt als unverhältnismäßig angesehen werden, obwohl genau sie zur Eindämmung der Krankheit geführt haben. 

Bild: Sakhaa24, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons.**
Bild: Sakhaa24, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons.**

Vom Lokalen ins Globale: Die Pest und der Handel 

von Timo Mäule

Oft wird die Globalisierung als ein Phänomen der Neuzeit verstanden. Das Mittelalter hingegen gilt als dunkle Zeit weniger Möglichkeiten. Wie soll auch ein Mensch ohne Auto, Flugzeug, Internet, Post und Eisenbahn über den eigenen Horizont hinaus mit fremden Mächten kommuniziert oder gar gehandelt haben? Schaut man genauer hin, so stellt man fest, dass schon die schulische Allgemeinbildung ein duales Geschichtsbild aufbereitet: Einerseits geht es um europäische Herrschaftshäuser und lokale Agrargesellschaft – andererseits um Kreuzzüge in ferne Länder und Abenteurer auf der Seidenstraße. Doch wie abenteuerlich war es, in die Fremde zu ziehen und wie vernetzt waren die Menschen im Mittelalter tatsächlich? Einen wichtigen Hinweis liefert uns ausgerechnet eine verheerende Krankheit: die Pest. Im Kontext der Ausbreitung des „Schwarzen Todes“ kann gezeigt werden, wie umfassend das weltweite Handelsnetz ausgebildet war – und welches Verhängnis das mit sich brachte. Dies ist die Geschichte einer globalisierten Pandemie im Mittelalter.

Bild: Thermokarst, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons.*
Bild: Thermokarst, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons.*

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*Thermokarst, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons, Page-URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Issyk-Kul_Lake.JPG; File-URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/45/Issyk-Kul_Lake.JPG; Format angepasst und Bild bearbeitet.

** Sakhaa24, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons. File-URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9b/Sars_cov2.jpg. Page-URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sars_cov2.jpg.

***Unidentified engraver, Public domain, via Wikimedia Commons, Page-URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flugblatt3_Joseph_S%C3%BC%C3%9F_Oppenheimer_copy.jpg, File-URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/Flugblatt3_Joseph_S%C3%BC%C3%9F_Oppenheimer_copy.jpg

Institut für Geschichtsdidaktik und Public History

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