Historischer Augenblick

Willkommen auf dem Blog des Instituts für Geschichtsdidaktik und Public History der Eberhard Karls Universität Tübingen!


Ein Blog für Studierende, Lehrende und kritische Köpfe, die Geschichte nicht nur in Archiven und dicken Büchern, sondern auch im Hier und Jetzt suchen. Menschen, die Interesse daran haben, sowohl Krater als auch zarte Pinselstriche der historischen Vergangenheit in der Gegenwart zu erkunden. Studierende und Dozent*innen der Geschichtswissenschaft haben sich in Lehrveranstaltungen auf Spurensuche begeben - hier präsentieren sie ihre vielfältigen Ergebnisse.


AKTUELLE BEITRÄGE

Symbol der Demokratie im digitalen Zeitalter: Der Reichstag als App

von Timo Mäule

Es ist das wohl wichtigste Gebäude der deutschen Demokratie: Der Reichstag in Berlin. Wer dem Gebäude aktuell einen Besuch abstatten möchte, hat es jedoch nicht leicht. Die Coronapandemie und nicht zuletzt auch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen nach dem versuchten „Sturm“ auf das Parlamentsgebäude machen die Beschäftigung mit der Historie des Bauwerks immer wichtiger, aber zugleich auch unmöglich. Als Alternative zu dem unter Corona-Bedingungen nicht möglichen Besuch des Reichstags brachte NTV bereits 2020 eine kostenlose App auf den Markt, die mittels Augmented Reality den Reichstag als 3D-Modell ins eigene Wohnzimmer bringt. Gerade nach den jüngsten Angriffen auf die Demokratie in den USA und Deutschland ist der gesellschaftlich-historische Anspruch an solch einen interaktiven Rundgang nun umso höher. Ist die App nur ein „nettes Spielzeug“, oder bietet sie auch nachhaltige Lernimpulse und einen echten gesellschaftlichen und historischen Mehrwert? 

Bild: Timo Mäule.
Bild: Timo Mäule.

Das graue Weihnachten 1945

von Johannes Thiede

An historischen Vergleichen mangelt es dieses Jahr auch im Vorfeld des Weihnachtsfests wahrlich nicht. Grund genug, einen demütigen Blick in die Geschichte zu werfen. Dieses Jahr war das Jahr des Gedenkens an 75 Jahre Kriegsende – an die Befreiung zwar, aber auch an einen mühsamen Neubeginn inmitten einer innerlich wie äußerlich schwer belasteten Gesellschaft. Rund sieben Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa stand das erste Nachkriegsweihnachten vor der Tür. Wir wollen am Beispiel von Tübingen in Erinnerung rufen, unter welchen Entbehrungen, aber auch mit welchen Zeichen der Hoffnung das Fest 1945 begangen wurde.

Bild: UAT S 91/11 Nr. 65. Aufnahme: Prof. Dr. Elisabeth Noelle-Neumann. Mit freundlicher Genehmigung. Format angepasst.
Bild: UAT S 91/11 Nr. 65. Aufnahme: Prof. Dr. Elisabeth Noelle-Neumann. Mit freundlicher Genehmigung. Format angepasst.

Neue Stolpersteine in Tübingen

von Maren Brugger

Im Jahr 2020 fanden viele Gedenkfeiern von nationaler Bedeutung aufgrund der Corona-Pandemie nur im kleinsten Kreis oder online statt. Das heißt aber nicht, dass in diesem Jahr folglich auch die lokale Erinnerungskultur stillsteht – ganz im Gegenteil. In Tübingen wurden 2020 weitere Stolpersteine in der Innenstadt verlegt, die das Gedenken an die Schicksale der jüdischen Bürgerinnen und Bürger während der NS-Zeit aufrechterhalten.

Bild: Maren Brugger.
Bild: Maren Brugger.

In 80 Tagen um die Welt: eine kolonialhistorisch reflektierte Aufführung des jungen LTT 

von Melanie Becker

Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“ aus dem Jahr 1873 beschreibt die Reise des Engländers Phileas Fogg. Dieser schließt in seinem Reformclub die Wette ab, dass er in der Zeit von 80 Tagen einmal um die ganze Welt reisen könne. Gemeinsam mit seinem frisch eingestellten Diener Passepartout bricht Fogg deshalb kurz daraufhin auf, um seine Idee in die Tat umzusetzen. Die weitere Geschichte ist durchzogen von weiteren unerwarteten Wendungen und Schicksalsschlägen, die den straffen Zeitplan Foggs und seiner Gefährt*innen durcheinanderbringen. Dieses Werk um die Phileas Fogg brachte das junge LTT (Landestheater Tübingen) unter der Regie von Fanny Brunner mit einer Premiere am 10. Juli 2020 in mehreren Aufführungen auf die Bühne. Die historische Reflexion der Geschichte des Kolonialismus, die so eng mit dem Roman verwoben ist macht dabei eine konkrete Bezugnahme auf unser heutiges koloniales Erbe möglich.

v.l.n.r.: Daniel Hölzinger, Jonas Breitstadt, Kristin Steinhütte, Rupert Hausner. Bild: Martin Sigmund / LTT, Abdruck honorarfrei, Format angepasst.
v.l.n.r.: Daniel Hölzinger, Jonas Breitstadt, Kristin Steinhütte, Rupert Hausner. Bild: Martin Sigmund / LTT, Abdruck honorarfrei, Format angepasst.

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