Historischer Augenblick

Willkommen auf dem Blog des Instituts für Geschichtsdidaktik und Public History der Eberhard Karls Universität Tübingen!


Ein Blog für Studierende, Lehrende und kritische Köpfe, die Geschichte nicht nur in Archiven und dicken Büchern, sondern auch im Hier und Jetzt suchen. Menschen, die Interesse daran haben, sowohl Krater als auch zarte Pinselstriche der historischen Vergangenheit in der Gegenwart zu erkunden. Studierende und Dozent*innen der Geschichtswissenschaft haben sich in Lehrveranstaltungen auf Spurensuche begeben - hier präsentieren sie ihre vielfältigen Ergebnisse.


AKTUELLE BEITRÄGE

Melegueta – ein westafrikanisches Gewürz in europäischen Küchen des Mittelalters

von Leonie Freudenfeld

Denken wir heute an afrikanisch-europäische Beziehungsgeschichte, ist unser Bild wohl hauptsächlich durch die Zeit des Kolonialismus geprägt. Ganze afrikanische Landstriche wurden nach den von dort stammenden Waren benannt: Goldküste, Sklavenküste oder auch Elfenbeinküste. Weniger bekannt dagegen ist die sogenannte Pfefferküste, deren Name sich auf eine heute kaum noch gebrauchte Pflanze zurückführen lässt – Melegueta. Sie stammt aus dem Gebiet des heutigen Liberia und der unteren Niger-Region an der Westküste Afrikas. Die Samen dieser Pflanze waren bereits im Mittelalter in Europa vor allem als „Paradieskörner“ bekannt.  Noch heute werden sie meist unter diesem Namen verkauft.

Bild: Shaddiii [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0).**
Bild: Shaddiii [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0).**

Schwieriges Erbe

Das Stuttgarter Linden-Museum und Württemberg im Kolonialismus. Eine Werkstattausstellung

von Bernd-Stefan Grewe

Noch immer schwelt der Streit um das Berliner Humboldt-Forum im neuerbauten Hohenzollernschloss: Wie sollen Völkerkundemuseen mit ihren Sammlungen verfahren, vor allem wenn ein Großteil ihrer Bestände aus der Kolonialzeit stammt? Sollen die Objekte an ihre Herkunftsgesellschaften zurückgegeben werden? Und wie können die Sammlungen präsentiert werde, ohne dass Stereotype über die vermeintliche kulturelle Unterlegenheit der Kolonisierten reproduziert und wiederbelebt werden? Das sind heikle und umstrittene Fragen, denen sich nun das Stuttgarter Linden-Museum in einer sehr mutigen und offenen Weise stellt. 

Bild: Plakat der Ausstellung; fotografiert von Bernd-Stefan Grewe.
Bild: Plakat der Ausstellung; fotografiert von Bernd-Stefan Grewe.

Deutsche Frauen und der Kolonialismus

von Marleen Buschhaus

Im Frühjahr 1912 wurde der württembergische Gauverbands des Frauenbunds der deutschen Kolonialgesellschaft gegründet, wie der Verein selbst in seiner Vereinszeitschrift Kolonie und Heimat berichtete. Ihm schlossen sich die verschiedenen Ortsgruppen aus Stuttgart, Esslingen, Ludwigsburg, Heilbronn, Reutlingen und Rottweil an. Seit der Abteilungsgründung Stuttgart nur ein Jahr zuvor, sei das weibliche Interesse an kolonialen Arbeiten in Württemberg so erfreulich schnell gestiegen, dass die obig genannten Abteilungen inzwischen 570 Mitglieder zählten. Bis 1914 wuchs der Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft über das gesamte Kaiserreich verteilt auf beachtliche 18.680 Mitglieder an. Welche Rolle spielten diese Frauen in der deutschen Kolonialgeschichte?

Bild aus: Kolonie und Heimat 1910-11, No. 42, S. unbekannt; Kopie.
Bild aus: Kolonie und Heimat 1910-11, No. 42, S. unbekannt; Kopie.

SCHON GELESEN?!

Koloniale Relikte: Tee

von Jennifer Francke

Es soll alles mit dem chinesischen Kaiser Shen Nung begonnen haben, der sich 2737 v. Chr. nach einer langen Reise ausruhen wollte. Ein Glas heißes Wasser haltend, setzte er sich unter einen Baum. Als plötzlich Blätter herunterfielen, direkt in das Glas, färbte sich das Wasser hellgrün und nahm einen wohligen Duft an. Als der Kaiser das Getränk probierte und es als köstlich empfand, schenkte er ihm den Namen Tschai (Tee). Obwohl die Echtheit dieser Legende zu bezweifeln ist, steht fest, dass Tee in der Geschichtsschreibung bereits vor vielen Jahrhunderten erwähnt wurde und bis heute zu den bedeutsamsten Genussmitteln der Welt zählt.

Bild: Shizhao, via Wikimedia Commons.*
Bild: Shizhao, via Wikimedia Commons.*

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Zusätzliche Angaben zu Bildquellen/ Lizenzen: 

*Bild: Shizhao, CC BY 1.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/1.0>, via Wikimedia Commons; File-URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Tea_plantation_in_hangzhou.JPG; Page-URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tea_plantation_in_hangzhou.JPG .

 

**Copyright by Shaddiii [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]. Page URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grains_of_paradise_(Aframomum_melegueta).jpg (Zugriff: 22.03.2021), File-URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/Grains_of_paradise_%28Aframomum_melegueta%29.jpg (Zugriff: 22.03.2021).

 

 

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