· 

Die App: Geschichtskalender

Bild: App "Geschichtskalender"
Bild: App "Geschichtskalender"

Dank unserer Kalender erinnern wir uns täglich – an Geburtstage, Verabredungen, Feiertage und sogar Mondphasen. Aber wie sieht es eigentlich mit historischen Ereignissen aus? Wer erinnert uns außerhalb von Gedenktagen daran, was beispielsweise heute vor 150 Jahren passiert ist? Die App Geschichtskalender macht genau das. Sie zeigt uns jeden Tag aufs Neue, welche historisch wichtigen Ereignisse an diesem Datum stattgefunden haben. Egal ob es sich um Geburts- oder Todestage, Feier- und Gedenktage oder andere Ereignisse wie Kriegserklärungen oder Adelshochzeiten handelt, in dieser App findet man all diese Informationen zu jedem Tag des Jahres. Die Ereignisse lassen sich nicht nur zum aktuellen Datum anzeigen. Wer zum Beispiel schon immer wissen wollte, mit welchen berühmten Persönlichkeiten man den Geburtstag teilt, kann dies ganz leicht mit dieser App herausfinden. Ist ein Eintrag besonders interessant, kann er aus der App heraus geteilt werden. Außerdem lässt er sich in der App-internen Agenda abspeichern. Dort wird er neben den persönlichen Terminen aufgeführt und wird so zu einem Teil des persönlichen Geschichtskalenders.

 

Die Bedienung der App ist simpel. Klickt man auf das aktuelle Datum (Screenshot links1), erscheint ein Kalender, in dem andere Daten ausgewählt werden können. Man kann sich entweder Einträge aller Kategorien anzeigen lassen oder zwischen diesen wählen. Dies ist über eine Leiste möglich, in der alle verfügbaren Kategorien genannt werden (Screenshot Mitte und rechts). In den Einstellungen kann man zusätzlich festlegen, ob mit der Aufzählung der ältesten oder der neusten Ereignisse begonnen werden soll. Über eine Lupe kommt man auf ein Suchfeld, das die Suche nach bestimmten Begriffen ermöglicht. Das Kalenderzeichen führt zur eigenen Agenda. Ihre Informationen bezieht die App ausschließlich aus Wikipedia – und so sind auch ihre Einträge aufgebaut. Jeder Eintrag besteht aus einem Bild und den ersten ein bis zwei Sätzen des entsprechenden Wikipedia-Artikels. Möchte man mehr Informationen erhalten, folgt man den Hyperlinks zu Wikipedia. Aber wozu brauche ich eine App, wenn ich all diese Informationen ohnehin im Netz finde? Die Antwort liegt auf der Hand: Der Geschichtskalender vereint zwei Bereiche – nämlich den persönlichen Kalender und historische Informationen – in einer App. Möchte man aber nur Informationen bekommen und keinen zusätzlichen Kalender anlegen, ist die App wenig hilfreich. Zu diesem Zweck ist der Informationsgehalt eines Eintrages leider nicht ausreichend.

Bild: App "Geschichtskalender"
Bild: App "Geschichtskalender"

Technisch funktioniert die App einwandfrei. Sie benötigt keine große Datenmenge und auch der Akkuverbrauch ist niedrig. Der Download ist kostenlos, allerdings enthält sie Werbung. Die werbefreie Premiumversion kostet 2,39 Euro. Zusätzliche Angebote oder Funktionen werden für die kostenpflichtige Version nicht angeboten. Es ist also nicht sehr reizvoll, Geld dafür zu investieren, da die vorhandene Werbung eher unaufdringlich ist.

 

Trotz der aufgezählten Funktionen und Angebote eignet sich der Geschichtskalender kaum bis gar nicht für den Geschichtsunterricht oder das historische Lernen. Die App zeigt zwar viele verschiedene Einträge an und bietet eine große Auswahl an Kategorien, enthält aber schlichtweg zu wenige, meist auch oberflächliche Informationen. Schüler*innen müssten auf jeden Fall zusätzlich recherchieren, um etwas lernen zu können. Zudem ist es nicht möglich, Einträge zu bearbeiten. Schüler*innen soll im Geschichtsunterricht vermittelt werden, dass jede Quelle kritisch zu betrachten ist. Daher ist es nicht von Vorteil, dass diese App ausschließlich Wikipedia als Quelle nutzt. Dort kann man sich zwar schnell einen Überblick verschaffen, allerdings ist diese Plattform sehr fehleranfällig. Außerdem bietet die App nicht genug Abwechslung, um Nutzer über längere Zeit zu motivieren. Es gibt keine Spiele oder Quizfragen, auf abwechslungsreiche Medien wie Video- oder Audiodateien wurde verzichtet. Auch eine Lernkontrolle ist nicht möglich. Es zeigt sich deutlich, dass die App nicht entwickelt wurde, um didaktische Ziele zu erfüllen. 

Bild: App "Gechichtskalender"
Bild: App "Gechichtskalender"

Insgesamt bietet der Geschichtskalender genau das, was sein Name verspricht, leider aber auch nicht mehr. Für die private Nutzung durch Geschichtsinteressierte ist die App gut geeignet. Allerdings ist sie meiner Meinung nach zu eintönig gestaltet und wird daher kaum zu einer längeren Nutzung verleiten. ies und andere Punkte wie zum Beispiel ihr geringer Informationsgehalt, die einseitige Quellenbasis und der nicht vorhandene Lernerfolg machen sie für den Einsatz im Geschichtsunterricht ungeeignet. Da hierauf mein Fokus liegt, gebe ich der App Geschichtskalender eine abschließende Bewertung von einem Stern.

 

 

 

 

 

 

Ein Beitrag von Laura Kleinecke

App-Bewertung der Redaktion
App-Bewertung der Redaktion

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Sven Seelinger (Dienstag, 16 April 2019 14:33)

    Was für die App spricht, ist die synchronistische Sicht auf mehrere historische Räume. Falls wirklich keine Filter bei der Auswahl der Daten eingesetzt wird, kommt das Ergebnis einer Globalgeschichtsschreibung sehr nahe. Mal davon abgesehen, dass nur deutschsprachige Wikipedia-Artikel benutzt werden.

Institut für Geschichtsdidaktik und Public History

Wir bieten Ihnen Informationen über alles was Geschichte im Alltag und der Schule bieten kann. Von Ausstellungsrezensionen über Unterrichtsmaterial bis hin zu Reise- und Fortbildungstipps. Alles was Geschichtsinteressierte begeistert – Klicken Sie sich schlau!